Zahnarztpraxis Dr. med. dent. Karl Runge


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50999 Köln

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Gesundheitsnews



Mund auf, Praxis zu
Aus Protest schließen Niedersachsens Zahnärztinnen und Zahnärzte am 18.06.2024 ihre Praxen

Protest- und Informationstag soll auf dramatische Situation in Zahnarztpraxen hinweisen Aus Protest gegen die aktuelle Gesundheitspolitik und ihre Auswirkungen schließen in Niedersachsen Zahnärztinnen und Zahnärzte am 18.06.2024 ihre Praxen. „Wir machen den Mund auf und die Praxis zu. Es reicht: Zu viel Bürokratie, zu wenig Geld für Prävention, Budgetierung, Inflation, keine Änderungen im privaten Gebührenrecht. Das ist zusammen ein giftiger Cocktail, der viele Zahnärztinnen und Zahnärzte verzweifeln lässt“, sagt der Präsident der Zahnärztekammer Niedersachsen (ZKN), Henner Bunke, D.M.D./Univ. of Florida. Eine flächendeckende zahnärztliche Versorgung, wie es sie bislang gab, sei unter den desaströsen politischen Rahmenbedingungen kaum noch zu gewährleisten. 60 Prozent der zahnärztlichen Praxen in Niedersachsen sind Einzelpraxen. „Sie sind das Fundament unserer flächendeckenden Versorgung in Niedersachsen“, erklärt Dr. Jürgen Hadenfeldt, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Niedersachsen (KZVN). Doch inzwischen berichteten viele selbstständige Kolleginnen und Kollegen, dass sie nicht mehr wissen, ob sie im kommenden Jahr ihre Praxis noch fortführen können.
„Gerade in vielen ländlichen Regionen unseres Flächenlandes wird das zu problematischen Veränderungen in der Versorgung führen“, so Hadenfeldt. Schon heute könnten Praxen, deren Inhaber/-innen altersbedingt ausscheiden, kaum mehr nachbesetzt werden. „Die wohnortnahe Patientenversorgung ist gefährdet wie nie zuvor. Die Praxen stoßen täglich an ihre Grenzen und können die gewohnte Versorgung auf Dauer nicht mehr leisten – und die Politik schweigt“, erklärt Dr. Markus Braun, Vorsitzender des Landesverbands Niedersachsen des Freien Verbands Deutscher Zahnärzte (FVDZ). „Praxen schließen, Wartezeiten verlängern sich, Leistungen werden eingeschränkt. Das besorgt auch unsere Patientinnen und Patienten.“ Dr. Braun forderte von der Politik unter anderem einen dringend notwendigen Bürokratie-Abbau.
„Durchschnittlich 51 Arbeitstage pro Jahr werden in Praxen nur für Verwaltungstätigkeiten aufgewendet. Zeit, die wir lieber mit unseren Patientinnen und Patienten und deren Versorgung verbringen.“

„Zahnmedizin ist nicht Nice-to-have-Medizin, sondern wichtig für die Allgemeingesundheit. Zahnärzte sind deshalb auch keine Ärzte zweiter Klasse“, betonte Dr. Tilli Hanßen, Stellvertretende Vorsitzende des Verbands Zahnärzte für Niedersachsen (ZfN). Von der versorgungsfeindlichen Gesundheitspolitik besonders betroffen sei insbesondere die präventionsorientierte Parodontitistherapie. Parodontitis, eine Erkrankung, von der mehr als die Hälfte aller Erwachsenen in Deutschland betroffen sind, nimmt unter anderem Einfluss auf schwere Allgemeinerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und rheumatische Erkrankungen. Durch unbehandelte Parodontitis entstehen hohe Folgekosten für das Gesundheitssystem. Für den 18.06.2024 rufen ZKN, KZVN sowie die beiden Verbände die niedersächsischen Zahnärztinnen und Zahnärzte dazu auf, aus Protest ihre Praxen zu schließen und stattdessen ein Fortbildungsangebot zu nutzen. Für Notfälle ist eine Notfallbereitschaft organisiert. Näheres zum Protest und den Hintergründen erfahren Sie auf der Internetseite www.mundauf.info



Wie unterscheidet sich die Prophylaxe beim Zahnarzt vom Zähne putzen zu Hause?
Gute Zahnhygiene zu Hause ersetzt nicht die professionelle Prophylaxe in der Zahnklinik

Zähneputzen ist ein wichtiger Teil der Zahnvorsorge, reicht aber für gute Mundgesundheit nicht aus. Der regelmäßige Zahnarztbesuch und die professionelle Prophylaxe beim Zahnarzt sind unerlässlich.

Mindestens zweimal täglich Zähneputzen gehört für viele Menschen zum täglichen Ritual. Manche benutzen zusätzlich Zahnseide und reinigen ihre Zähne damit gründlicher als viele andere. Doch auch das reicht nicht aus, um die Zahngesundheit nachhaltig zu erhalten. Auch mit der sorgfältigsten Pflege zu Hause lassen sich nicht alle schädlichen Bakterien aus dem Mund entfernen. Darüber hinaus können durch die professionelle Prophylaxe beim Zahnarzt entstehende Krankheiten sehr früh erkannt werden.

Optimales Zähneputzen ist der erste Schritt zu einer wirksamen Prophylaxe.

Je gründlicher die häusliche Zahnpflege ist, desto wirkungsvoller ist die anschließende professionelle Zahnreinigung (PZR). Dazu gehört natürlich das zweimal tägliche, gründliche Zähne putzen. Bewährt haben sich fluoridhaltige Zahnpasten. Zusätzlich ist es sinnvoll, die Zahnzwischenräume zu reinigen. Dies geschieht am besten mit Zahnseide oder einer Interdentalbürste.

Vor allem der Umgang mit Zahnseide ist nicht ganz einfach, sodass eine Anleitung durch den Zahnarzt sinnvoll ist. Wer die Zahngesundheit erhöhen möchte, kann zusätzlich einmal pro Woche ein Fluoridgel verwenden. Damit sind die Handlungsmöglichkeiten in der Regel erschöpft.

Warum die häusliche Zahnpflege nicht ausreichend ist

Auch wer seine Zähne noch so gründlich putzt, kommt an bestimmte Stellen im Mund nur schwer heran. Es fehlen die Hilfsmittel einer Prophylaxe beim Zahnarzt. Vor allem Menschen, die an Parodontitis (auch Parodontose genannt) leiden, sollten regelmäßig den Zahnarzt aufsuchen, da sich die Bakterien durch Zähneputzen nicht komplett entfernen lassen. Sie vermehren sich schnell und bilden einen Belag auf der Zahnoberfläche. Dort produzieren sie Säuren und Giftstoffe. Diese greifen die Zähne an und es kommt zu Karies und Parodontose. Deshalb gehört zu einer umfassenden Prophylaxe neben der häuslichen Zahnpflege die Kontrolluntersuchungen beim Zahnarzt, sowie die professionelle Zahnreinigung.

So funktioniert die professionelle Zahnreinigung

Die Professionelle Zahnreinigung beim Zahnarzt wird immer von einer speziell ausgebildeten Fachkraft durchgeführt. Zuerst entfernt sie den Zahnstein. Dazu kommen verschiedene Instrumente zum Einsatz, die den Zahnbelag gründlich entfernen. Anschließend erfolgt die Reinigung mit einem Pulver-Wasser-Strahlgerät. Ein Wasser-Luftgemisch entfernt zusammen mit einem Reinigungspulver Verfärbungen und Pigmentflecken. Selbst die Zähne von Rauchern werden wieder weiß.

Mit dem Wasserstrahl werden auch Stellen erreicht, die man selbst mit Zahnbürste, Zahnseide und Interdentalbürsten nicht erreicht. Im nächsten Schritt werden bei der Prophylaxe beim Zahnarzt die Zähne poliert. Durch die vorherige Behandlung ist die Oberfläche etwas aufgeraut. Dies wird nun im nächsten Arbeitsgang wieder geglättet und feingeschliffen, da sich sonst schnell wieder Bakterien ansiedeln könnten. Anschließend erhält die Zahnoberfläche einen Fluoridlack. Zum Schluss versiegelt die Fachkraft für Zahngesundheit die so genannten Fissuren. Das sind kleine Risse auf den Kauflächen. Auch hier siedeln sich gerne Bakterien an.



Therapiekorridore für eine moderne Zahnmedizin
DGZMK/APW-Jahreskongress 2024: Wenn wissenschaftliche Empfehlungen auf die Versorgungsrealität treffen

Im Jubiläumsjahr des 50-jährigen Bestehens der Akademie Praxis und Wissenschaft (APW) findet der Deutsche Zahnärztetag in Kooperation mit der DGZMK/APW-Jahrestagung vom 12. bis 14. September 2024 in Düsseldorf statt. Das wissenschaftliche Programm bietet ein umfassendes Update des modernen, zahnärztlichen Therapiespektrums. In den Kongress ist auch wieder ein Studierenden- und Assistententag integriert.

Die wissenschaftlichen Fachgesellschaften unter dem Dach der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) tragen laufend neue Forschungsergebnisse für eine moderne Patientenbehandlung aus ihren jeweiligen Fachbereichen zusammen. In einem aufwändigen Prozess entstehen aus diesen Erkenntnissen systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für Zahnärztinnen und Zahnärzte wie auch für Ärztinnen und Ärzte in spezifischen Situationen: die Leitlinien. Diese evidenzbasierten Therapieempfehlungen sind Gegenstand zahlreicher Fortbildungen. Doch nicht jede Therapie, die für eine Behandlungssituation wünschenswert wäre, kann kostendeckend und wirtschaftlich erbracht werden. "In der Zahnmedizin haben wir enorme Fortschritte erzielt und zahlreiche wirksame Therapien entwickelt. Doch angesichts der ökonomischen Rahmenbedingungen müssen wir uns die Frage stellen, ob es überhaupt möglich ist, diese hohe Qualität der Zahnmedizin in die Realität der Versorgung zu übertragen“, sagt DGZMK-Präsident Prof. Dr. Dr. Jörg Wiltfang.

Therapiekorridor: Was sollte – was ist nötig?

Der DGZMK/APW-Jahreskongress in Kooperation mit dem Deutschen Zahnärztetag möchte für dieses Dilemma Lösungen aufzeigen. In Vorträgen des wissenschaftlichen Hauptprogramms werden daher nicht nur Therapien vorgestellt, die in bestimmten Indikationen idealerweise erfolgen sollten, sondern die Refent:innen wollen einen Therapiekorridor eröffnen, innerhalb dessen moderne Zahnmedizin und Wirtschaftlichkeit zusammen gehen können, gemäß dem Tagungsmotto: „Zahnmedizin 2024: Welche Qualität müssen wir uns leisten?“

Fortbildung und gesundheitspolitische Debatte

Der diesjährige Zahnärztetag zusammen mit der DGZMK/APW-Jahrestagung ist daher nicht nur eine Fortbildungsveranstaltung, sondern eröffnet auch den Raum für eine gesundheitspolitische Debatte. Am Freitag, den 13. September 2024 werden Vertreter der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der DGZMK auf dem Podium darüber diskutieren, was die Zahnärzteschafft gemäß dem wissenschaftlichen Fortschritt den Patientinnen und Patienten anbieten sollte – trotz in manchen Indikationen engem Kostenrahmen.

APW: 50 Jahre Fortbildung in höchster Qualität

Bei allen Herausforderungen ist die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland seit Jahrzehnten von hoher Qualität geprägt. Gerade im Bereich der Prävention hat dies zum dem Fakt geführt, dass zwölfjährige Kinder heute in großer Mehrheit kariesfrei sind. Ein Präventionserfolg, der im Ländervergleich einzigartig ist. Diese Errungenschaft ist nicht zuletzt dem steten Weiterbildungswillen der Zahnärzteschaft zu verdanken, die die Transformation von einer reparativ ausgerichteten hin zu einer präventionsorientierten Zahnmedizin konsequent verfolgt. Verlässlicher Begleiter ist dabei die Akademie Praxis und Wissenschaft (APW), das traditionsreiche Fortbildungsinstitut der DGZMK. In diesem Jahr feiert es ihr 50-jähriges Bestehen. Der APW-Vorstand, der die wissenschaftliche Tagungsorganisation übernommen hat, konnte für die DGZMK/APW-Jahrestagung hochkarätige Referentinnen und Referenten gewinnen. Die Teilnehmenden dürfen ein umfassendes Update evidenzbasierter Therapien in den unterschiedlichen zahnmedizinischen Disziplinen erwarten.